Metropolitan Jazz Affair - MJA

Nichtbelangloser Jazz, euren Eltern zuliebe


Mit Jazz ist ja so eine Sache. Unendlich viele Sampler, die dem geneigten Käufer ein Best-of versprechen, aber nur die reine Langeweile halten. Manch einer wirft mit großen alten Namen a la Louis Armstrong und Chet Baker um sich und hat doch keine Ahnung. Und letzten Endes werden die Alben nur noch rausgeholt wenn Mama und Papa zum Abendessen kommen.



Ich hatte mit Jazz sehr lange gar nichts am Hut bis mir ein Konzert von Lisa Bassenge in der Fabrik (Hamburg) die Augen geöffnet hat. Das war ca. 2005 und seitdem kaufe ich unstrukturiert und unregelmäßig Jazzalben. Nie alten sondern immer zeitgenössischen Kram. Metropolitan Jazz Affair ist die Art von unstressigem Jazz der sehr nahe an der Belanglosigkeit vorbeischrammt ohne es tatsächlich zu sein.


Das Album beginnt mit einer langsamen Nummer die sich aufs Saxophon konzentriert um dann ab dem zweiten Track auch mal sowas wie einen Beat zu entwickeln. Erinnert schon fast an St. Germain bleibt aber viel näher an Jazz als an House. Das bleibt auch das ganze Album so, selbst wenn dann und wann ein 4/4 Takt das Zepter übernimmt und sogar so was wie Hop Hip zu erahnen ist. Das kann Guru allerdings besser, der Jazz und Hip Hop in seiner Jazzmattaz Reihe zusammenbringt wie kein Zweiter.


Metropolitan Jazz Affair lässt sich auch gut nebenbei beim Lesen oder Arbeiten hören und das heißt nicht, dass sie im Grundrauschen vor lauter Langeweile untergeht. Sie passt sich vielmehr einer ruhigen, konzentrierten Umgebung gut an. In größerer Runde geht sie unter, das wäre schade, weil man beim "vom Buch aufschauen" und beim mal konzentrierter Hinhören spannendes entdecken kann. Guter solider Jazz, der als ganzes Album aber keine griffige Geschichte erzählt. Besser als Till Brönner und seine Popjazz Kumpels isses aber allemal und Mama und Papa werden's beim Abendessen auch mögen. Mahlzeit!