GusGus - Mexico

Unverhofft kommt oft - hier ein Sonntag Abend Rave


Ich habe GusGus ehrlicherweise in den letzten Jahren ein bisschen vom Radar verloren. Sogar deren Hitalbum "Arabian Horse" ist völlig an mir vorbeigegangen. Dann kam der Remix von Maceo Plex für "Crossfade“, dem man sich aus gutem Grund dieses Jahr überhaupt nicht entziehen konnte. Riesenhit, finden alle gut und ich hab beschlossen aufs Konzert zu gehen.


Sonntag Abend habe ich im Mojo mit einem lange nicht gesehenen Kumpel getroffen. Biertrinken, Musiknerdtalking und Abhängen. So kann man es aushalten. Nervigerweise ging's dann nach der Vorband erst um 22.00 los, aber dann gab es kein Halten mehr. Die Tracks auf dem neuen Album für sind sowieso ziemlich für den Dancefloor produziert und GusGus haben das live noch mehr auf den Punkt gebracht.

Supersound, passende Visuals und die beiden Frontmänner machen auch keine Gefangenen. Ein Wikinger mit langen blonden Haaren und einem enormen Vollbart steht neben einem Herrn, der eine gesteppte Samtjacke trägt, sich gelinde gesagt recht weiblich auf der Bühne bewegt und für seinen perfekten Hüftschwung sicherlich lange geübt hat. Aber das trifft den Nerv des Publikums. Eine lustige Mischung aus 40-50 jährigen Fans, den üblichen Musiknerds, hübschen Indiemädels und einer exklusiven Auswahl der Hamburger Gay Community geht von Beginn an richtig mit und so fühlen wir uns gegen 23.00 als wären wir auf einem Rave und es wäre kurz vor 06.00. Bei der aktuellen Single "Obnoxiously Sexual" dreht der Laden dann völlig durch und man hat den Eindruck, dass niemand am folgenden Montag morgen arbeiten müsste. Super!


Das Ganze ist im Hamburger Mojo Club auch genau am richtigen Ort. Wer noch nicht da war, unbedingt hingehen. Architektonisch mehr als beeindruckend, die beste Anlage der Stadt, ein Top Booking und ne sehr sympathische Crew.


Ach ja, das Album. Das ist eine gelungene Mischung aus Erasure, Alter Ego und klassischem Kompakt Techno. Ordentlich Bass, viel Synthiesounds und gute Vokals. Nix fürs romantische Frühstück am Samstag morgen und wahnsinnig vergeistigt ist es auch nicht. Dafür macht das ganze Album wirklich Spass, hat ein paar Tracks mir genug Drama für den Herbst und vor allem bringt es Einen zum Tanzen. So wie uns bei dem unverhofften kleinen Sonntag Abend Rave!