A Green Meadow - Beautiful Hartriegel EP

Hybridelektronik für Menschen ohne Interesse am derben Drop


Wer unseren Blog schon eine Weile verfolgt, der weiss, dass wir an seichtem Sound wenig bis kein Interesse haben. Klar, auch wir hören Aphex Twin nicht beim Frühstück mit den Schwiegereltern, aber in Summe darf Musik schon eine gewisse Komplexität haben und uns beim Hören fordern.


A Green Meadow ist ein Soloprojekt von Sönke Düwer. Dieser umtriebige Herr ist uns wiederum vor allem durch seine Band Ensemble du Verre ein Begriff, deren aktuelles Album ziemlich regelmäßig im heimischen CD Player läuft. Während Ensemble du Verre seine Wurzeln klar im Jazz verortet, hat sich Sönke mit "A Green Meadow" der abseitigeren Seite von Post Dubstep und dubby Housesounds verschrieben.


Mein Favorit ist "Eclectic Compost". Rund um einen dunklen 4/4 Beat passiert eine ganze Menge Rauschen, Halleffekte und eine ganze Reihe anderer guter Zutaten, die wir an Dubtechno so mögen. Aber auch die anderen drei Tracks der EP sind atmosphärisch dicht aufgebaut und geben einem die Option - wen man konzentriert zuhört - eine Menge zu entdecken. So blubbert in "beautiful hartriegel" auch mal ein asiatisches Glockenspiel durch, bevor es von dem satten Bass wieder aufgesogen wird.


Überwiegend instrumental und damit fast ohne Vocals ist das die Art von Sound, die man aus meiner Sicht am ehesten Alleine hört. Schwer zu beschreiben, daher verweisen wir an der Stelle an die von uns seit Jahrzehnten verehrten "Hotze"-Macher Brinkmann&Kopetzki, die es in einem Cartoon perfekt auf den Punkt bringen. Man ersetze in folgendem Bild einfach "Burial" - den ich im Übrigen sehr schätze - durch "A Green Meadow" und ihr wisst, was ich meine:


Dieser Tage kommt die Debut EP auf Batterie Records raus und ist der Auftakt einer dreiteiligen Serie, die nächstes Jahr dann auch als Album veröffentlicht wird. Darauf sind wir sehr gespannt und freuen uns bis dahin über den Track "Goldlack" for free:


https://soundcloud.com/agreenmeadow/goldlack


Achja, und wer mal genau wissen will, was das mit den ganzen Knöpfen und Tasten bei elektronischen Live Acts so auf sich hat, der möge sich folgendes Video anschauen. Sönke gibt uns da einen recht guten Einblick: