The Whitest Boy Alive - Rules

Liebe TWBA, ihr habt euch getrennt. Vielleicht könnt ihr trotzdem Freunde bleiben!


Wer "Vorteile einer Trennung" oder "das Schönste an einer Trennung" googelt, der bekommt allerlei Lebenshilfe und vor allem einen Einblick in das Gefühlsleben von Mitmenschen, denen es mit Sicherheit noch schlechter geht, als einem selbst. Und allein das führt oftmals dazu, dass sich die eigene Laune hebt. Besonders empfehle ich in diesem Kontext das Portal www.trennungsschmerzen.de und da die Rubrik “Schreibt hier eure sms und nicht an den Ex“. Eine spontane Umfrage unter den Freund/Innen mit hoher Trennungsfrequenz ergab zu den oben genannten Stichworten folgendes Ergebnis: Man denkt vor allem an die schönsten Momente der Beziehung zurück.


Das machen wir jetzt auch: The Whitest Boy Alive haben sich nämlich pünktlich zum Beginn des Sommers getrennt und bei dem einschlägigen interessierten Publikum durchaus für Betroffenheit gesorgt.


Bei mir hat es dafür gesorgt, dass ich nach vielen vielen Jahren überhaupt mal wieder deren Alben in die Hand genommen habe. Und tatsächlich, die deutsch-norwegisch Indietronic Band rund um den Obersympath Erlend Oye war und ist wirklich gut. Am ehesten noch mit dem Synonym "Indie-Dance-Pop" beschrieben bereiten die Tracks wirklich gute Laune. Nicht für den Dancefloor produziert und dennoch dafür geeignet kann man das auf Albumlänge wirklich gut hören. Der Großteil des Albums ist zwar leichte Kost und damit für den Sommer bestens geeignet; aber trotz aller Leichtigkeit ist der Sound keinen Moment belanglos. Dafür ist Erlend Oye - bei allem Humor in seiner Liveperformance - ein viel zu ernsthafter Musiker. Manche Tracks - allen voran "Courage" und "Timebomb" - haben bestimmt auch ihren Weg auf den ein oder anderen Housefloor in diversen Clubs gefunden. Auch mit Recht, trotz analoger Produktion kann man dazu mit der richtigen Anlage sicher auch gut tanzen. Der Rest des Albums ist klar dem Pop verschrieben und das ohne Lückenfüller oder Ausfälle. Am besten gefallen mir in dem Zusammenhang "Dead End" und "Keep a Secret". Aber macht euch selbst ein Bild, hier gibts das ganze Album im Stream:

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Trennung ist kein Grund zum Verzweifeln. Mit dem Album möchte man unbedingt weiterhin befreundet bleiben und Erlend Oye arbeitet aktuell an einem neuen Album mit einer Band namens Hjálmar. Klingt doch auch ziemlich sexy, oder?