The Feelies – Here Before

Es gibt wohl keine andere Band, die sich eine 20-jährige Schaffenspause erlaubt hat und dann mal eben so aus dem Nichts ein wirklich grandioses Album abliefert.


Here Before“ von "The Feelies" zu hören, ist so, als wenn ein langjähriger Kumpel, zu dem man nur noch sporadischen Kontakt über Facebook oder anderen Fern-Medien hat, plötzlich für einen Abend ins Haus schneit, um bei einem guten Whisky über alte Zeiten zu plaudern. Jeder kennt dieses Gefühl, wenn einem eigentlich Fernes plötzlich so vertraut vorkommt als sei es nie weg gewesen. Und genauso geht es mir mit dem feinen Album hier.


The Feelies sind eine sehr scheue Band, in den 70ern und 80ern, zu ihrem musikalischem Peak, sind sie nur selten und ungern aufgetreten. Sie hatten keinen großen Bock auf Ruhm und wollten einfach nur ihre Musik machen. Sympathiepunkte sammeln sie auch weiterhin, denn die schön-schrabbeligen Gitarren und der scheinbar unmelodische 80s-typische-Gesang ergibt mit „Here Before“ ein richtig eingängiges Werk und lässt das Genre Indierock so herrlich schön ehrlich wirken. Fast schon poppig wird es mit den Anspieltipps “Nobody Knows" und „Way Down“.


Mein absoluter Favorit des Albums ist aber der Song „Time Is Right“ bei dem die Gitarren noch etwas munterer sprudeln:

https://w.soundcloud.com/player/?url=https%3A//api.soundcloud.com/tracks/135911797&auto_play=false&hide_related=false&visual=true


The Feelies können mit ihrem Album aus dem Jahr 2011 also immer noch so begeistern wie damals. Und um noch mal auf das beeindruckend lange Bestehen der Band und die ewig-lange Schaffenspause zurück zu kommen hier ein kleiner Vergleich:


The Feelies – „Crazy Rythms“ 1978


The Feelies – „Crazy Rythms“ 2013


Den Song und die Protagonisten erkennt man, wenn man kaum wieder. Dennoch – The Feelies sind, auch heutzutage in ihren weiten, braunen Cordhosen und "leicht" betagt deutlich cooler als so manche Indie-Retortenband, die nicht mal ein Zehntel an zeitlicher Bandgeschichte vorweisen kann.