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Wir haben darüber diskutiert, über welche Platte als nächstes geschrieben werden sollte und ich (Florian) habe es mir einfach gemacht und ein Album aus Christians Plattenregal genommen, das ich zum Einen nicht kenne und dessen Cover Art Work ich zum Anderen ansprechend finde.



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Kopf der Band ist Eirik Glambek Bøe, der wiederum als einer Masterminds hinter Kings of Convinience auch kein Unbekannter ist. Klingt auch ehrlicherweise genau so. Aber das bedeutet nichts Schlechtes. Der schöne Titel "Analog Dance Music“ trifft den Stil schon sehr gut. Leichter, einigermaßen tanzbarer Indiepop, der auf elektronisch produzierte Samples völlig verzichtet und damit automatisch ziemlich gute Laune verbreitet. Leider kann ich keinen echten Anspieltipp geben, weil alle Tracks auf sympathische Weise ähnlich klingen. Daher empfehle ich entweder das ganze Album am Stück zu hören oder die Tracks mit den lustigsten Titel zu wählen.

Für mich wären dies eindeutig „Fight or Flight or Dance All Night“




Dicht gefolgt von „Come On, Sense!“




Das Album eignet sich hervorragend zum nebenbei hören. Beim Kochen, Aufräumen oder bei leichter Lektüre am Abend. Wer eh in gelöster Stimmung ist, wird sich wundern, warum er beim Hören noch bessere Laune bekommt. Vom Analogen nämlich – „Analog Dance Music“ eben.




Liebe TWBA, ihr habt euch getrennt. Vielleicht könnt ihr trotzdem Freunde bleiben!


Wer "Vorteile einer Trennung" oder "das Schönste an einer Trennung" googelt, der bekommt allerlei Lebenshilfe und vor allem einen Einblick in das Gefühlsleben von Mitmenschen, denen es mit Sicherheit noch schlechter geht, als einem selbst. Und allein das führt oftmals dazu, dass sich die eigene Laune hebt. Besonders empfehle ich in diesem Kontext das Portal www.trennungsschmerzen.de und da die Rubrik “Schreibt hier eure sms und nicht an den Ex“. Eine spontane Umfrage unter den Freund/Innen mit hoher Trennungsfrequenz ergab zu den oben genannten Stichworten folgendes Ergebnis: Man denkt vor allem an die schönsten Momente der Beziehung zurück.


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Das machen wir jetzt auch: The Whitest Boy Alive haben sich nämlich pünktlich zum Beginn des Sommers getrennt und bei dem einschlägigen interessierten Publikum durchaus für Betroffenheit gesorgt.


Bei mir hat es dafür gesorgt, dass ich nach vielen vielen Jahren überhaupt mal wieder deren Alben in die Hand genommen habe. Und tatsächlich, die deutsch-norwegisch Indietronic Band rund um den Obersympath Erlend Oye war und ist wirklich gut. Am ehesten noch mit dem Synonym "Indie-Dance-Pop" beschrieben bereiten die Tracks wirklich gute Laune. Nicht für den Dancefloor produziert und dennoch dafür geeignet kann man das auf Albumlänge wirklich gut hören. Der Großteil des Albums ist zwar leichte Kost und damit für den Sommer bestens geeignet; aber trotz aller Leichtigkeit ist der Sound keinen Moment belanglos. Dafür ist Erlend Oye - bei allem Humor in seiner Liveperformance - ein viel zu ernsthafter Musiker. Manche Tracks - allen voran "Courage" und "Timebomb" - haben bestimmt auch ihren Weg auf den ein oder anderen Housefloor in diversen Clubs gefunden. Auch mit Recht, trotz analoger Produktion kann man dazu mit der richtigen Anlage sicher auch gut tanzen. Der Rest des Albums ist klar dem Pop verschrieben und das ohne Lückenfüller oder Ausfälle. Am besten gefallen mir in dem Zusammenhang "Dead End" und "Keep a Secret". Aber macht euch selbst ein Bild, hier gibts das ganze Album im Stream:

Langer Rede, kurzer Sinn: Die Trennung ist kein Grund zum Verzweifeln. Mit dem Album möchte man unbedingt weiterhin befreundet bleiben und Erlend Oye arbeitet aktuell an einem neuen Album mit einer Band namens Hjálmar. Klingt doch auch ziemlich sexy, oder?


Elektronisches Gefrickel trifft verschrobenen Popappeal


An Nicolas Jaar und seinem Debutalbum “Space is the only Noise“ aus dem Jahr 2010 haben sich zumindest in unserem Freundeskreis die Geister geschieden. Das ganz neue große Ding meinten die, die endlich den perfekten avantgardistischen Soundtrack für deren jeweilige Lebensphase gefunden hatten. Andere Stimmen waren da schon deutlicher. "Uninspiriertes Post Dubstep Gejaule ohne Seele. Massentauglich produziert, damit auch der letzte Hipster weiß, was zum veganen Abendessen im Hintergrund zu dudeln hat.


Ich finde Nicolas Jaar ehrlicherweise ganz gut. Ich mag die melancholischen Soundfragmente und die komplexe Art von Klang, bei der man intensiv zuhören muss, um den Zugang zu finden. Gute Kopfhörermusik eben. Daher hat mich die Ankündigung zu der Kollaboration zwischen Nicolas Jaar und dessen ehemaligen Tourgitarristen Dan Harrington neugierig gemacht und die Platte überzeugt mich.

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Das Album bewegt sich stilistisch zwischen den Grenzen von Post Dubstep, Ambient, Deephouse und der progressiveren Interpretation von Popmusik. Basierend auf einem – wie der Bandname ahnen lässt – eher düsteren gemeinsamen Nenner. Das liegt vor allem daran, dass die elektronischen Frickeleien des Herrn Jaars sehr gut mit den Gitarrensounds seines Kompagnons harmonieren. Besonders in meinem Favouriten und Anspieltipp “Paper Trails“ kommt das zum Tragen. Bei dem Song wünschte ich mir, dass die deephousigen Elemente länger – nicht stärker - ausgeprägt wären. Dann würde sich die Platte mutmaßlich auch in den frühen Morgenstunden während eines DJ Koze wiederfinden. Auch der Opener, ein knapp 12 minütiges progressives Ambient-Pop-Spektakel namens “Golden Arrow“, entfaltet über die gesamte Spielzeit einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der Urgroßvater solcher Sounds kommt wahrscheinlich aus den 70er Jahren und hat unseren Eltern das ein oder andere psychodelische Erlebnis beschert. Im weiteren Verlauf des Albums wird’s dann funky mit „The Only Shrine I’ve“, “Seen“, episch mit “Freak, Go Home“ und endet trippig mit “Metatron“.


Erfreulicherweise hat das Album keine echten Ausfälle, sondern ist komplex arrangiert und verzichtet auf Lückenfüller. Wenn man den beiden Künstlern beim Arbeiten zusieht, weiß man allerdings auch warum. Das Videofeature der Resident Advisor Kollegen ist wirklich ein Vergnügen und wollen wir euch nicht vorenthalten. Das Album ist mit Sicherheit kein weichgespülter Downbeat oder seelenloser Ambient, aber – bei allem Anspruch - es ist auch nicht unhörbar. Dafür haben die meisten Tracks dann doch auch einen leicht verschrobenen Popappeal. Wie so häufig bei guter Musik, die nicht für die Tanzfläche oder die große Bühne gemacht ist, muss man sich darauf einlassen und zuhören. Sonntagabend zum Beispiel auf der Couch. Beim Nachdenken und Gedankenfließen lassen. Dabei können Euch die Herren Jaar und Harrington sehr gut helfen.



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