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  • 31. Okt. 2013

Wo ist mein Strohhut, wo ist der Wodka?

Noze sind zwei recht verrückte Herren aus Paris, die vor allem für alkoholgetränkte und heftige Liveauftritte bekannt sind. Sie darauf zu reduzieren wäre aber zu kurz gesprungen. Ezechiel Pailhes ist ausgebildeter Jazzpianist und Nicolas Sfintescu Mitbegründer des feinsinnigen Houselabels Circus Company. Und das hört man dem Album auch an.


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Ich bin über eine Groove-CD (als es das Groove Magazin noch in Papierform lag der Kaufversion immer eine recht gute CD mit Tracks von Künstlern aus dem aktuellen Heft bei) auf die Band gestoßen und habe seitdem alle Alben gekauft. Das Album Dring ist nicht ganz so skurril wie das 2008 erschiene Songs On The Rock.  Da war der Name – gelinde ausgedrückt – schon Programm. Die gleichnamige Singleauskopplung ist ein Hit zum Ausrasten, wie man ihn selten so kompromisslos hört. Die Einflüsse aus Balkan Pop, unterlegt mit einem treibenden Housebeat, lassen einen nur schwer ruhig stehen. Und das dazugehörige Video ist ein Paradebeispiel, wie man aus minimalem Produktionsbudget maximal gute Laune produziert. Keine Ahnung wie die es schaffen, dass man sofort Lust bekommt, Wodka zu trinken und dabei einen Strohhut zu tragen.


Das Album startet jedoch ruhig und jazzig und ist mit Cinq schon fast experimentell. Mit „Dring“ ändert sich das dann aber schnell und bleibt bei den nächsten beiden Tracks, bei denen Noze mit Wareika zusammengearbeitet haben, auch erstmal Party-orientiert. Danach wird’s teilweise wieder jazzig und klingt sogar – vor allem wegen der rauchigen Stimme – nach so was Ähnlichem wie Blues.


Leider schließt das Album mit einem völlig überflüssigen und einfallslosen Technotrack namens „Concrete“ ab. Den möge man bitte ignorieren.


Vor einigen Jahren gab es in der Groove einen längeren Artikel über die beiden Artists zu lesen. Das dazugehörige Bild zeigte die Beiden nackt (mit einem Kissen vorm Gemächt) auf einem roten Plüschsofa herumspringend. Ungefähr so klingt das Album auch. Ein bisschen unreif und zügellos, aber unbedingt liebenswert.




Mein Verstand sagt NEIN, aber mein Herz schreit DISKO


Morgan Geist war Mitbegründer einer meiner absoluten Lieblingsvertreter in Sachen nuDisco: Metro Area. Der interessierte Leser möge sich mal den Track "Miura"anhören. Das war seinerzeit der größte Hit der Formation um Morgan Geist. Ein echtes Disco Monster dessen Hookline einen nicht loslässt.


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Seit dem selbstbenannten Metro Area Album aus dem Jahr 2002 ist es bis auf ein paar Singelauskopplungen ruhig geworden um die Band. 2008 kam dann das Album von Morgan Geist, dass ich seinerzeit auch direkt und ohne Vorhöhren gekauft habe. Stilmässig bleibt es NuDisco, allerdings deutlich weniger houselastig und elektronisch als alle Veröffentlichungen rund um Metro Area.

Das liegt schon alleine an der Kooperation mit Jeremy Greenspan, der auf den meisten Tracks die Vocals übernimmt. So auch auf "Detroit", der Single, die auch in vielen Clubs gespielt wurde. Komischerweise ist die Platte gar nicht so detroitlastig, wie der Name verspricht. Grooven, tut es trotzdem.


Das Album habe ich wirklich viel gehört und höre es immer noch ab und an. Das liegt daran, dass die Platte zwar Disco ist, aber nicht cheesy, sondern sexy. Hätte sich Daft Punk mal ne Scheibe von abschneiden können bei dem uninspirierten Gejaule rund um "Get Lucky".


Double Night Time klingt zu unterschiedlichen Anlässen gut, weil es abwechslungsreich bleibt. So gibt's mit "Skyblue Pink" sogar Ambient, mit "Lullaby" jazzt es vor sich hin und in "Palace Life" rummst es auch mal ordentlich. Der Titel ist Programm. Klingt abends und nachts schon passender als am helllichten Tage. Ist in der Disko ja auch nicht anders.



  • 24. Okt. 2013

If you can't DJ, don't DJ


Eines vorab: Ich mag die meisten Veröffentlichungen der DJ Kicks Reihe und ich liebe Hot Chip. Aber: Zugegebenermaßen bringt es Hot Chip Mastermind Joe Goddard in einem Interview letztes Jahr auf folgende Frage selbst am besten auf den Punkt.


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Frage: Das erste Mal, dass ich dich auflegen gehört habe, war vor sechs Jahren bei einem DJ-Set in der Panorama Bar. Und um ehrlich zu sein: Es war eines der schlechtesten Sets, die ich dort gehört hab.

Joe Goddard: Ja, das war eine sehr dumme Sache und definitiv das schlechteste Set, das ich je gespielt habe. Ich habe abwechselnd zusammen mit Al von Hot Chip aufgelegt. Er hat coole Techno-Platten gespielt und ich alles Mögliche. Da hat überhaupt nichts zusammengepasst. Das Fatale dabei: Ich war so drauf, dass ich das gar nicht mitbekommen habe.


Yep. Genauso so klingt auch die Hot Chip - Dj Kicks. Da trifft Hip Hop von Positive K ( der klingt wie Will Smith) auf deutschen Floraltechno von Dominik Eulberg. Eine völlig überflüssige Version von New Order findet sich von einer Jiggle HipHop Platte getrennt in trauter Vereinigung mit minimal Gebolze von Gabriel Ananda und nach insgesamt 24 Tracks aus allen Musikrichtungen endet das Drama mit Rock'n'Roll von Ray Charles.


Das klingt weder innovativ noch lustig, sondern nervtötend. Das ganze Drama wird auch nicht von einem Flow getragen, weil die Tracks entweder schlecht oder garnicht gemixt sind. Das einzig Tröstende ist der Beitrag von Hot Chip selbst - "My Piano" - eine wunderbare Platte, wie sie nur von Hot Chip selbst produziert werden kann.


Nun stellt sich die Frage warum ich diese Platte überhaupt jemals gekauft habe? Weil ich Hot Chip geil finde und alles von dieser Wahnsinnsband gekauft habe, ohne auch nur daran zu denken, vorher einmal hinein zu hören, bzw. beim Lesen der Tracklist mal den Kopf einzuschalten. Passiert mir so schnell auch nicht wieder.




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