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Wer seine Zeit im Leinenanzug an der Côte d’Azur, Gouloise rauchend in einem Pariser Café oder wahlweise gerne mit smarten Französinnen oder schönen frankophilen Männern plaudernd verbringt; für den haben wir den perfekt mondänen Soundtrack zusammengestellt.

Französische Chanson haben in meiner musikalischen Sozialisierung bislang überhaupt keine Rolle gespielt. Wenn ich in französischen Filmen mal welche gehört habe, dann habe ich das belangloses, eher nerviges Geplätscher wahrgenommen und wieder verdrängt. Dies hat sich nun geändert. Meine Eltern verbringen jeden Sommer mehrere Woche in Frankreich, dieses mal in der Haut Provence, in einem wunderbaren Ferienhaus im schönen Ort Bergamon. Ich habe sie ein paar Tage besucht, war wandern, gut essen und noch besser trinken.





Eher durch Zufall sind mein Vater und ich eines Abends auf das Thema Französische Chansons gekommen und er - musikalisch übrigens sehr bewandert - hat in einer kurzen Einführung über die kulturelle und politische Bedeutung dieses Genres mein Interesse geweckt. Also haben wir eine weitere Flasche Rosé geöffnet, Spotify gestartet und gemeinsam diese Playlist erstellt. Herausgekommen ist eine Selektion aus alten und neuen Chansons. Alle mit einem Nenner - keines der Stück nervt.






Wer das Vergnügen hat, an einem Sonntag Morgen im Bett liegenblieben zu dürfen, der hat nun den passenden Soundtrack dazu.





Die Gelegenheiten ohne Termindruck oder wahlweise einem zerrenden Kind (oder noch besser - beidem gleichzeitig) einfach einen Vormittag an sich vorbeiziehen zu lassen sind rar. Dennoch existieren sie. Mein Weg ist dann einfach. Plattenregal, Kaffeemaschine, Buch oder Zeitung, zurück ins Bett oder auf die Couch. Am besten klingt dazu Musik, die "nebenbei" läuft, entspannt vor sich hin plätschert, ab und an aufhorchen lässt und nie ins Belanglose abdriftet.

Voilá!



Der Kanadier ist seit seiner Veröffentlichung von "Swim" im Jahre 2010 mein treuer musikalischer Begleiter. Auf "Suddenly" erfindet er sich nicht neu - Gottseidank!



Im Vergleich zu "Swim" und "Our Love" fallen allerdings zwei Faktoren auf. Zum Einen finden sich auf dem Album keine offensichtlichen Hits wie beispielsweise "Odessa" oder "Can't Do Without You" (besonders empfehlenswert im "Tale Of Us Remix" - da ist es quasi das schönste elektronische Liebeslied, das je veröffentlicht wurde). Zum anderen ist es ruhiger, eingängiger und ausgefeilter produziert. Das prädestiniert das Album zum durchhören und immer mal wieder genauer hinhören. Vor allem Tracks wie "You and I" oder "Sunny's Time" sind einfach wunderschöne Stücke, die wirken ohne belanglos zu sein.




Den Einwurf der Belanglosigkeit hatte ich übrigens bereits von unterschiedlicher Seite gehört - aber merke, es braucht keine Aneinanderreihung von bombastischen Clubhits, um ein gutes Album zu produzieren. Auch wenn Caribou auf "Suddenly" nichts anbrennen und die Singeauskoppelung vorsichtshalber von Morgan Geist (Gründungspartner von Metro Area und damit quasi der Godfather of Discoinfluenced Deephouse) remixen lässt. Damit wird das gute Stück schon seinen Weg auf die Dancefloors dieser Welt finden. Sofern selbige irgendwann mal wieder öffnen.


Caribou wäre Ende April übrigens live in Hamburg gewesen, wenn nicht der Lockdown einen Strich durch sämtliche Nachtlebenvergnügungen gezogen hätte. Schade - auf der Bühne sitzt der gute Mann nämlich in einem eindrucksvollen Maschinenpark und reist die Bude ein. Zumindest war das auf seiner letzten Tour so. Kleine Anekdote am Rande - nachdem seine bezaubernde Vorband rund um Jessy Lanza die Bühne verlassen hat und der Umbau erledigt war, kam er unprätentiös auf die Bühne, nicht ohne vorher brav seine Schuhe auszuziehen.






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