Musik Für Die Ferien - Sascha Funke, Bonobo, John Allen und Boss Hoss

Querbeet durch den Stilrichtungsschrebergarten - unser Soundtrack des Urlaubs


Ich war mit Frau und Kind zwei Wochen an der Mecklenburgischen Seenplatte. Genauer gesagt am Drewitzer See. Dort hatten wir ein Ferienhaus mitten im Wald und direkt am Wasser. Wir haben zwei Wochen lang rum gehangen, sind viel geschwommen, haben gegrillt und die Dreisamkeit genossen. Wenn man - wie wir - mitten in der Großstadt wohnt ist diese Art von Urlaub genau das Richtige. Und danach weiss man auch wieder, warum man nicht auf dem Land, sondern in ner Metropole lebt.


Musik haben wir auch gehört und zwar eine Mischung von Alben, die ich entweder überhaupt (Bonobo) oder unbedingt mal wieder (Sascha Funke) hören wollte. Dazu haben sich zwei Wiederentdeckungen gesellt (John Allen und Boss Hoss). Diese Alben sind dann in den beiden Wochen hoch und runter gelaufen und haben damit fürs Erste auch ihren Dienst getan.


Bonobo - The North Border


Die Tracks bewegen sich irgendwo zwischen lockerem TripHop “Emkay“, ernsthaften Post Dubstep “Ten Tigers" und House der deeperen Gangart “Cirrus“ Ganz eindeutig ein Album für die warme Jahreszeit und die entspannten Momente im Leben und erfreulicherweise völlig ohne Ausfälle. Bonobo ist im Übrigen kein unbeschriebenes Blatt in Sachen Downtempo-Sounds. Vor der aktuellen Veröffentlichung hat der britische Enddreissiger lockere 10 Alben (inkl. DJ Mixes und Remixalben) unters Volk gebracht und steht seit 2001 bei der renommierten Adresse Ninjatune unter Vertrag. Kleine Randnotiz: Eine Bonobo ist ein Zwergschimpanse der sich laut Wikipedia durch sein friedliches Interaktionsverhalten in der Gruppe und einem regen Sexualleben auszeichnet. Renommierte Forscher sagen, dass dies der Reduktion von Spannungen dienen dürfte und unabhängig von Alter, Geschlecht oder Rangstufe ausgeübt wird.


Finden wir top!


John Allen - Sounds of Soul and Sin


Ich war vor einiger Zeit alleine beruflich in Köln und hatte mich schon damit abgefunden abends die Minibar zu checken und einen schlechten Film zu schauen. Ich hab mich dann aber doch aufgerafft und bin Abends ohne Plan auf ein Konzert in einem Club namens Cologne Underground gegangen. Den Namen des Mainacts hab ich schon wieder vergessen. John Allen - seines Zeichens die 1-Mann Vorband - blieb mir dafür im Gedächtnis. Klassischer Singer Songwriter Sound mit einem ironischen Twist. Tolle Stimme, gute Texte und musikalisch mindestens zum Mitschunkeln geeignet. Ich hatte einen super Abend auf dem Konzert - als Quasihamburger war ich über die lockere und kontaktfreudige Art des Kölner Partyvolks sehr angenehm überrascht -  und am nächsten Morgen mit einem entsprechendem Kater ausgestattet. John Allen bringt derzeit ein neues Album raus, dass wir im Herbst auch nebst Interview ausführlich besprechen werden.



Sascha Funke - Mango


Sascha Funke ist Träger des ersten ironiefreien und damit wahren Schnauzers der internationalen DJ-Szene und damit für uns - neben Erlend Oye - der einzig wahre Hipster. Daneben ist er ein  ein begnadeter Produzent und Ehemann einer charmanten Dame namens Fabienne, mit der er kürzlich ein tolles Album namens "Unknown" veröffentlicht hat. "Mango" ist eine herrliche Ansammlung von Listening-Techno-Tracks, die sowohl auf der Tanzfläche schieben, als auch beim Grillen in der Abendsonne super funktionieren. Kein Geballer, kein Trance-Getröte, sondern deeper Techno geprägt durch die Kölner Schule. Da lernt man offensichtlich, dass Techno weder hart noch schnell sein muss, um gut zu klingen. Das Album habe ich nach dessen Veröffentlichung in 2008 monatelang rauf und runter gehört und jetzt wiederentdeckt.



Bosshoss - Internashville Urban Hymns


Tja, in Sachen Credibility und Style bringt's vermutlich wenig Punkte, wenn man sich zu den beiden Lucky Lukes aus Berlin bekennt. Ich kann mir nicht helfen, das Album find ich mindestens witzig und eigentlich sogar ganz gut. Der Transition von Radio Charthits von "Seven Nation Army" über Becks "loser" bis hin zu Britney Spears "Toxic" in Country Musik kann ich mich einfach nicht entziehen. Seit dem Album aus 2005 hab ich die Band aber auch nicht mehr weiter verfolgt. Die haben wohl noch ne ganze Reihe von Alben rausgebracht, aber mir reicht das eine. Zuviel Country ist dann auch keine Lösung, mit nem Bier am See dann aber doch. Und live scheinen die recht authentisch zu sein